Gute Geschäftsideen sind kein Zufall, gute Geschäftsideen lassen sich entwickeln

Wir vom LaborX haben schon tausende Geschäftsideen gesehen, hunderte davon auf Veranstaltungen und in Podcasts und Beratungen supportet. Wovon Erfolg abhängt, wissen wir inzwischen und haben eine schlechte und eine sehr gute Nachricht für dich.

 Die schlechte: Gute Geschäftsideen fallen nicht einfach so vom Himmel.  

Die gute: Gute Geschäftsideen lassen sich entwickeln und wir erklären dir, wie. 

Wenn du dir also vorstellen kannst, dein eigenes Unternehmen zu gründen, dann leg jetzt los und beginne mit der Ideenentwicklung. Hier haben wir 7 Methoden für dich, mit denen du systematisch deine Geschäftsidee entwickeln kannst, um erfolgreich durchzustarten - let’s go!

Methoden zur Ideenfindung

Wenn du deine für dich passende Geschäftsidee entwickeln möchtest, empfehlen wir dir, mindestens eine der beschriebenen Methoden anzuwenden. Du kannst selbstverständlich auch mehrere oder alle Methoden nutzen. Vielleicht stellt sich eine Methode als besonders lohnend für dich heraus, vielleicht findest du eine für dich persönlich gute Kombination. Dein Ziel sollte sein, möglichst viele Ideen zu generieren. Sieh es als eine Art geleitetes Brainstorming. 

Wichtig dabei – sei offen und begrenze dich und deine Fantasie dabei nicht. Sammle erstmal alles, was dir in den Sinn kommt! Egal wie teuer die Umsetzung wäre oder ob du das nötige Fachwissen noch nicht hast. Dein*e innere Kritiker*in und alles, was dich bremsen kann, hat jetzt Pause, denn du möchtest dir jetzt einen Pool aus Ideen schaffen, aus dem du dann den einen Diamanten schürfst. „Geht nicht, gibt’s nicht“ ist das Motto. Also halte alle Ideen fest – auf Zetteln, in einem Notizbuch oder auf deinem Smartphone. Weitere digitale Tools nennen wir dir später noch.

 

Um dir den Anfang ein bisschen zu erleichtern, haben wir hier 3 Fragen:

  • Möchtest du deinen Lebensunterhalt mit deinem Unternehmen verdienen und deine unternehmerischen Kräfte auf vorhersehbaren Erfolg fokussieren? Dann konzentriere dich darauf, eine bewährte Geschäftsidee zu übernehmen
  • Kannst du dir vorstellen, neben dem Alltag neue unternehmerische Wege zu gehen und ein höheres wirtschaftliches Risiko zu tragen, damit deine Pläne aufgehen? Willkommen in der Welt der Verbesserungen von Geschäftsideen und Dienstleistungsinnovationen.
  • Scheust du dich nicht vor Visionen und bist bereit, für ihre Umsetzung „all in“ zu gehen? Also hart zu arbeiten, viel zu investieren und damit eine reelle Chance auf viel Geld, Ruhm und Impact zu haben? Patente, Disruption oder geniale radikale Einfachheit seid umarmt… Lass uns Neues schaffen

Deinen „Risikotyp“ kennst du nun genauer. Nun lass uns prüfen, welche Art von Idee zu dir passt. Denke dir dazu eine „Ideen-Treppe“: Auf der ersten Stufe stehen bewährte Ideen, auf der zweiten verbesserte und auf der obersten Stufe neue, innovative Ideen. Das Risiko – und damit natürlich auch die Chancen – steigt von Stufe zu Stufe.

Fühlst du dich von einer Stufe besonders angesprochen? Dann „springe“ zu ihr und beschäftige dich mit dazugehörigen Fragen und Methoden. Du bist noch unentschlossen, welche Treppenstufe für dich die richtige ist? Dann probiere einfach alle Methoden zur Entwicklung von Geschäftsidee aus.

Eine Geschäftsidee entwickeln – 7 Methoden zur Ideenfindung

Doch nun der Reihe nach und von Anfang an.

Stufe 1: Eine bewährte Geschäftsideen übernehmen, ein Unternehmen kaufen und Nachfolger*in werden oder ein Franchise eröffnen

Auf der ersten Stufe unserer Ideen-Treppe stehen Geschäftsmodelle, die du 1:1 übernimmst, ein Franchise-Unternehmen gründest oder ein bestehendes Unternehmen kaufst und als Nachfolger*in in ein etabliertes Unternehmen weiterführst. Um einzugrenzen, in welchen Branchen und Bereichen du nach einer zu dir passenden Idee suchen kannst, können dir die folgenden Fragen helfen:

  • Welche Produkte oder Dienstleistung nutzt du gerne? 
  • Welche etablierten Produkte oder Dienstleistungen werden durch gesellschaftliche Trends bedeutender? 
  • Was sind die Lieblingsprodukte und -dienstleistungen deiner Großeltern, Eltern, Geschwister oder Freunde? Welche Geschäftsideen stecken dahinter und würden dir Spaß machen? 

Dir fällt zu diesen Fragen nicht unmittelbar etwas ein? Gar kein Problem. Nutze die richtigen Quellen und lass dich von bestehenden Geschäftsideen und Unternehmen inspirieren!

Methode 1: Recherche der bewährten Geschäftsideen – So funktioniert sie

Alternativ zum „leeren Blatt mit Leitfragen“ kannst du auch mit einer Recherche beginnen. Schau bewährte Ideen an, z.B. ein Café eröffnen, und überlege, wie du diese Idee sinnvoll ergänzen und erweitern kannst. Unsere These: Alle bewährten Ideen kannst du durch deine Werte, deine Stärken und Ressourcen zu deinem einzigartigen Projekt machen.

Die Gründerplattform hat über 100 Geschäftsideen beschrieben und die Umsetzung vorbereitet: Von der Pizzeria über das Ingenieurbüro bis zur Hundepension. Jede dieser Geschäftsideen ist schon viele Male erfolgreich umgesetzt worden – aber mit deinen Ideen besser machen und auf deine Region oder eine bestimmte Zielgruppe anpassen geht immer. 

Ein Unternehmen kaufen und übernehmen

Um Unternehmen zu finden, die zum Verkauf stehen, lohnt sich ein Blick in einschlägige Datenbanken. Zu diesen gehören beispielweise Nexxt Change und die Deutsche Unternehmerbörse (DUB). Auch die regionalen Handels- und Handwerkskammern veröffentlichen Unternehmen, die zum Verkauf stehen. Schau doch mal in diese Quellen. Vielleicht findest du ja direkt dein „Traumunternehmen“ oder kommst zumindest auf gute Ideen. Wenn das Vorhaben, ein Unternehmen zu kaufen oder Nachfolger*in zu werden konkreter wird, findest du zahlreiche Tipps, Empfehlungen und Checklisten auf der Gründerplattform.

Franchise gründen

In vielen Branchen gibt es Franchisemodelle, die du zum Beispiel über Datenbanken wie das FranchisePORTAL recherchieren kannst. Der große Vorteil von Franchise ist, dass du auf eine schon etablierte Marke aufbauen und deren Know-How, Marketing, Branchenwissen und Netzwerk nutzen kannst. Allerdings gibst du einen gewissen Prozentsatz deines Umsatzes an den Franchisegeber und bist an deren Vorgaben gebunden, was bedeuten kann, dass für deine eigenen Ideen eher kein Platz ist.

Kleiner Exkurs zum Thema Unternehmensnachfolge
(und warum sie nicht 100 %ig auf die erste Stufe passt):

Die erfolgreichsten Unternehmensnachfolgen sind die, in der die Stärken des bisherigen Unternehmens mit den Stärken des Übernehmers – also dir als Chef*in – zusammengebracht werden. Und damit bist du schon auf der Treppenstufe 2 bei den verbesserten Geschäftsideen. 

Fülle vor dem Unternehmenskauf die Geschäftsmodell-Canvas für das etablierte Unternehmen aus. Was kannst du in welchem Bereich noch erreichen? So bekommst du ein Gefühl dafür, wo du mit wieviel Aufwand und Risiko den Wert steigern kannst. Ideenarbeit meets Unternehmenskauf!

Beispiel: Der solide Qualitätshandwerksbetrieb wird übernommen und in die neue Zeit geführt: Neukunden werden über Online-Marketing gewonnen. Auslastungsdellen durch die Vorproduktion eigener Produkte und den eigenen Onlineshop dafür ausgeglichen.

Stufe 2: Eine gute Geschäftsidee verbessern

Eine weitere Möglichkeit, eine Geschäftsideen zu entwickeln ist, gute Ideen von anderswo (aus anderen Regionen, Ländern oder anderen Zusammenhängen) auf den jeweiligen Markt anzupassen oder eine Geschäftsidee um weitere Bereiche zu erweitern und somit zu verbessern.

Methode 2: Inspiration durch Reisen und Gespräche – Schau über den Tellerrand, sprich mit anderen und höre zu

Vielleicht hast du auf einer Reise eine Idee entdeckt, die in Deutschland noch fehlt? Erzählt ein*e Freund*in aus einer anderen Stadt von einem Unternehmen, das es so bei dir noch nicht gibt? Berichten Freunde aus ihren Jobs Herangehensweisen, die du auf deinen Job übertragen kannst und das Potenzial für eine Geschäftsgrundlage haben?

Sei wachsam und offen, stelle Augen und Ohren auf Empfang. Du wirst sehen, die Welt ist voller Ideen. Noch zwei Tipps, wie die Welt zu dir kommt, insbesondere wenn Reisen aus Zeit- oder Budgetgründen schwer möglich sind:

Auf der Gründerplattform kannst du dich von verschiedensten Ideen inspirieren lassen. Und in unserem Podcast Ideencouch erzählen Gründer*innen von ihren Ideen, wie sie dazu gekommen sind und wie sie diese Schritt für Schritt testen und umsetzen. Hör‘ rein und lass dich inspirieren!

Stufe 3: Ganz neue Geschäftsidee entwickeln – Mehrwert schaffen und Probleme lösen

Die dritte und herausforderndste Methode ist, Geschäftsideen zu entwickeln, die innovativ sind, die auf keiner Basis, keinem Vorbild aufbauen. Also Ideen, die radikal sein können - radikal anders und radikal besser. Sie bergen das größte Risiko, aber auch das größte Potenzial. Gerade wenn Ideen aus einem eigenen Bedürfnis - einem persönlichen Ärgernis oder ungelösten Problem - entstehen, können daraus sogenannte „Unicorns“ werden. 

Der eigene „Pain“ ist übrigens die größte Motivation für besonders erfolgreiche und millionenschwere Gründungen, wie eine Studie in 2019 ergab. 

Tipp: Alexander Nicolai, Professor für Entrepreneurship an der Universität Oldenburg, hat gemeinsam mit Regina Wallner, einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin seines Lehrstuhls, eine sehr interessante Studie durchgeführt, um herauszufinden, wie man auf eine millionenschwere Geschäftsidee kommt. Mehr erfährst du im Interview der Gründerplattform mit Prof. Nicolai

Um auf diese Art der Ideen zu kommen, kannst du dir – und anderen – beispielsweise folgende Fragen stellen:

  • Welchen „Pain“ erlebst du in deinem Alltag? Welches Problem sollte endlich gelöst werden? Welches Produkt oder welche Dienstleistung fehlt dir? 
  • Welches Produkt oder welche Dienstleistung fehlt deinen Großeltern, Eltern, Geschwistern oder Freunden? Worüber regen sie sich auf? 

Die Fragen bringen dich nicht recht weiter? Dann probiere es mal mit den folgenden Methoden:

Methode 3: Trends und Wachstumsbranchen analysieren - Vom Megatrend zur Geschäftsidee

Eine weitere Methode für die Ideenfindung ist das Beobachten von gesellschaftlichen Trends und die Ableitung von Geschäftsideen daraus. Um auf Trends und dann auf Ideen zu kommen, schau mal, womit sich bekannte Trendforscher wie Peter Wippermann oder Vordenker wie Professor Braungart (Cradle2Cradle-Bewegung), Patrick Stähler (Experte für Geschäftsmodelle) oder Brigitte und Ehrenfried Conta Grambert (Solopreneurship) beschäftigen. 

Halte Augen und Ohren offen - welche Wachstumsbranchen sind im Gespräch und welche Ideen und Ansätze werden dort umgesetzt oder diskutiert?

Methode 4: Gemeinsam Ideen entwickeln

Auch eine Möglichkeit, die vielleicht sogar zum Hobby werden kann: Lade ein paar Freund*innen ein und diskutiert gemeinsam, welche Trends und Entwicklungen ihr seht, welche Fragezeichen sie bei euch aufwerfen und schaut, ob ihr Ideen für Lösungen habt. Vielleicht habt ihr ja Lust, einen privaten „Ideen-Club“ zu gründen, so ähnlich wie wir es beim LaborX Hamburg sind?!

Nimm am nächsten LaborX Hamburg teil!

Lerne Gründer*innen kennen, die ihre Geschäftsidee schon gefunden haben und arbeite mit ihnen und unserer Community an den Ideen.

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635... – Vom weißen Blatt zu 108 Ideen

Eine sogenannte Brainwriting-Technik ist die 635-Methode. Sie wurde 1968 von dem Marketing- und Unternehmensberater Bernd Rohrbach entwickelt und geht so:

Sechs Teilnehmer erhalten ein jeweils gleich großes Blatt Papier. 

  • Das Blatt wird in drei Spalten und sechs Zeilen gegliedert, jedes Blatt hat also 18 Kästchen. 
  • Nun notiert jeder in der ersten Zeile drei Ideen zu der gegebenen Fragestellung (hier zum Beispiel „Welche Geschäftsideen fallen dir ein, die du als Kund*in nutzen würdest?“
  • Nach etwa fünf Minuten werden die Blätter im Uhrzeigersinn weitergereicht. 
  • Der/Die Nächste nutzt die nächste Zeile, um die bereits genannten Ideen aufzugreifen, zu ergänzen und weiterzuentwickeln. Am Ende wurde die erste Idee fünfmal verfeinert.

Wenn ihr zügig seid, könnt ihr innerhalb von 30 Minuten bis zu 108 Ideen entwickeln (6 Teilnehmer × 3 Ideen × 6 Durchläufe). 

Eingangs haben wir erwähnt, dass Ideen nicht einfach so vom Himmel fallen. Und selbst wenn sie dann da sind, sind sie nicht fertig. Oder positiver ausgedrückt: Es lohnt sich immer, an Ideen zu arbeiten, sie zu weiterzuentwickeln und auszubauen. Ideenarbeit ist ein iterativer Prozess, das heißt, du prüfst und verbesserst deine Geschäftsidee kontinuierlich. Und zwar alle Ideen, ob du sie nun auf der Stufe „Bewährtes“, „Verbessertes“ oder „Neues“ eingeordnet hast.

Methode 5: Mit neuen Sichtachsen zu neuen Ideen kommen

Was dir bei der Verfeinerung von Ideen helfen kann, ist das Verfolgen unterschiedlicher Sichtachsen, wie Klimaschutz oder Nachhaltigkeit als gesellschaftliche Trends. „Schau mal anders drauf!“ lautet hier das Motto, und die Gründerplattform hat dazu ein paar sehr gute Tipps und Leitfragen.

Wenn du nur ein einziges Buch zum Thema Ideenarbeit und erfolgreich Gründen lesen möchtest, empfehlen wir dir Günter Faltins „Kopf schlägt Kapital”, ein echter Besteller – und das zurecht. Prof. Faltin stellt neben neuen Sichtachsen auch andere Prinzipien auf, wie das Reduzieren der Komplexität deines Geschäftes durch Komponentengründung und die Rolle als Entrepreneur.

Prof. Günter Faltin zur Methode „Mit neuen Sichtachsen zu neuen Ideen kommen“

Eine sehr nützliche Denksportaufgabe ist auch die Frage, ob sich Kosten deiner Geschäftsidee zu Einnahmen umwandeln lassen

Ein konkretes Beispiel: Du handelst mit Produkten, die in großen Umverpackungen geliefert werden. Für die Entsorgung der Umverpackung fallen Kosten an. Vielleicht braucht aber ein anderes Unternehmen genau diese Verpackung und kauft sie dir ab? 

Oder du beschäftigst dich mit den Abfällen anderer und was daraus geschaffen werden kann. 

Tipp: Hast du schonmal etwas von Cradle to Cradle gehört? Schau dir das Prinzip an und überlege, ob du es auf deine Geschäftsidee anwenden kannst oder ob dich das Prinzip sogar auf ganz neue Ideen bringt.

In unserem Podcast Ideencouch erzählt Prof. Michael Braungart, was mit der Cradle to Cradle Methode möglich ist. Hör mal rein, in dieser Folge sprudelt es nur so vor Geschäftsideen…

Methode 6: Effectuation – Was habe ich im Kühlschrank?

Was lässt sich aus meinen unternehmerischen Ressourcen Neues schaffen?

Eine Methode mit hohem Praxisbezug ist das Prinzip „Effectuation“. Kern der Methode ist, nicht vom Ziel auszugehen, sondern von den Mitteln. In der Küche würdest du dich also nicht fragen, was muss ich einkaufen, um ein leckeres Gericht zu kochen, sondern du würdest in den Kühlschrank schauen und überlegen, was sich aus den vorhandenen Zutaten Leckeres zaubern lässt.

Mache eine Inventur deiner Ressourcen“ rät die Gründerplattform und das raten wir vom LaborX Hamburg dir auch. Bei der Effectuation-Methode geht es im Kern um drei Fragegruppen, deren Antworten dir zeigen, was du für deine Selbstständigkeit schon mitbringst:

Wer bist du? Was kannst du? 

Wen kennst du? Wer könnte dein Vorhaben unterstützen?

Was weißt du? Was sind deine Stärken?

Michael Faschingbauer über Effectuation

Geschäftsideen gefunden? Dann geht’s weiter…

War eine passende Methode für dich dabei? Oder hast du deine eigene Methode entwickelt? Letztlich ist der Weg zweitranging, es zählt das Ziel – also die Ideenfindung. Hab keine Scheu, dass du auf zu viele Ideen kommst: 

Vielleicht hast du schon vom MIT-Professor Bill Aulet gehört, der jährlich hunderte Startups und Gründer*innen betreut und ihre Ideenentwicklung anleitet? In seinem sehr guten (allerdings auch sehr tiefgehenden…) Buch „Disciplined Entrepreneurship“ beschreibt er, wie besonders ehrgeizige Gründer*innen mit besonders innovativem Anspruch die Wände ganzer Räume mit Ideenskizzen vollhängen. Erst wenn sie diesen „Steinbruch“ geschaffen haben, machen sie sich auf den Weg, über Interviews mit Zielkunden und anderen Methoden zu prüfen, welche Idee das größte Potential hat. Den Spirit finden wir genau richtig. Mehr zu Bill Aulet erfährst du auch online unter https://www.d-eship.com/

Und was nehmen wir von Bill Aulet mit? Genau, eine weitere Methode. Bill Aulet hat insgesamt 24 Steps entwickelt für alle Phasen von der Ideenentwicklung bis Umsetzung. Wir wollen nun eine herausgreifen, die dich in der Phase unterstützt, die sich unmittelbar an die Ideenfindung anschließt. 

Geschäftsideen sichten, bewerten und priorisieren

Insbesondere wenn du innovative und „radikal neue“ Ideen entwickelst, besteht das Risiko, dass du den Markt für die Idee zu optimistisch einschätzt. Daher ist es wichtig, dass du deine Ideen gründlich prüfst.

Methode 7: Einen Ideen-Raum schaffen – Mehr ist mehr…

Damit du nicht den Überblick über die Fülle deiner Ideen verlierst und auch schon die Umsetzbarkeit anfängst mitdenken zu können, empfiehlt Bill Aulet, einen „Raum der Ideen“ zu schaffen, also einen Ort, an dem du deine Ideen sammelst und systematisch weiter bearbeitest. Dieser kann ein physischer Ort sein (zum Beispiel eine Pinnwand oder tatsächlich ein ganzer Raum) oder ein digitaler Ort. Hier dokumentierst du an den Wänden auch die Ergebnisse der Interviews mit ersten Kunden – sogenannten Customer Insights. 

Das ist dir zu aufwändig? Du hast keinen leeren Raum oder liebst es, alles digital zu sortieren. Kein Problem – schaffe dir ein digitales Cockpit:

Mit einem (digitalen) Ideen-Cockpit den Überblick behalten

Ein digitales Ideencockpit, in das du deine Geschäftsideen in einer immer gleichen Struktur dokumentierst, kann die helfen, über all deine Ideen den Überblick zu behalten und an ihnen weiter zu arbeiten. Hier kann dir wieder die Gründerplattform helfen: 

Und jetzt geht die Geschäftsideen-Arbeit erst richtig los…

Schau dir im nächsten Schritt deine Ideen aus deinem „Steinbruch“ an: Auf welche Idee hast du so richtig Lust? Bei welcher springt dein Kopfkino an? Bei welcher sagen Kopf UND Herz laut „ja“? Und was „sagt“ dein Portemonnaie? Siehst du Potenzial, um mit der Geschäftsidee deinen Lebensunterhalt verdienen zu können?

Wenn du bei einer Idee eine leichte Skepsis empfindest, sortiere sie aus. Falls du in der ersten Runde alle Ideen verwirfst, lass dich nicht entmutigen. Deine Idee wird kommen. Und: Prüfe deine Ideen ruhig mehrfach – nach einer Woche, nach einem Monat usw. Dein Ziel ist, eine Geschäftsidee zu finden, auf die du richtig Lust hast. Du möchtest dir ein Unternehmen aufbauen, in dem und an dem du die nächsten Jahre täglich arbeitest. Und das mit Spaß und Elan. Natürlich wird es auch mal unspaßige Zeiten geben, doch wenn du eine Vision vor die hast, die du mit Leidenschaft verfolgst, sind Stolpersteine deutlich leichter zu überwinden.

Gehe also mit deinen Ideen hart ins Gericht. Diese schonungslose Prüfung hat zur Folge, dass du deine Ideen verfeinerst, ungeahnte Potenziale entdeckst und vielleicht sogar auf noch tollere, lukrativere und zu dir noch viel besser passende Geschäftsideen kommst. 

Eine Methode bzw. ein Tool, das dich dabei unterstützt, aus deiner Geschäftsidee ein Geschäftsmodell zu entwickeln, ist die Business Model Canvas. Auf der Gründerplattform findest du sie als Erweiterung des obigen Ideen-Cockpits als ein interaktives Geschäftsmodell-Tool, das dich durch die Methode leitet. 

Feedback zur Geschäftsidee einholen

Nutze das Tool für dich und/oder teile dein Geschäftsmodell mit dem LaborX Hamburg-Team. Du möchtest noch mehr Feedback zu deiner Geschäftsidee haben? Dann präsentiere deine Idee der engagierten LaborX Hamburg-Community und nutze die Schwarmintelligenz. Wie das geht?

Stell deine Geschäftsidee beim nächsten LaborX Hamburg vor!

Hole dir Feedback und Anregungen zu deiner Idee – von anderen Gründer*innen, von potentiellen Kunden und von interessierten Investoren.

Als Gründer*in bewerben

Feedback zur Geschäftsidee einholen

Das LaborX Hamburg ist eine gute Möglichkeit, dir Feedback zu deiner Geschäftsidee einzuholen und einen ersten Markttest für deine Idee durchzuführen. Je risikoreicher eine Idee ist – wir erinnern uns kurz an die Ideentreppe – desto stärker solltest du deine Idee testen. Auf diesen wichtigen Schritt zu deiner Gründung werden wir mit einem weiteren Text eingehen. 

Wenn du dich schon jetzt mit dem richtigen Testen von Geschäftsideen beschäftigen möchtest, empfehlen wir dir diese drei Folgen unseres Podcasts Ideencouch:

Fazit

Hui, das war viel Input… Nun bist du gut gerüstet, die für dich persönlich passende Geschäftsidee zu finden bzw. zu entwickeln. Warum sich diese systematische Arbeit lohnt? Die Idee ist die Basis deiner Selbstständigkeit – ob du nun gleich in Vollzeit startest oder nebenberuflich gründen möchtest. Das Leben als Unternehmer*in wird umso erfüllender je besser die Idee zu dir passt und auch auf die Bedürfnisse und Veränderungen des Marktes eingeht. Wenn du in deine Gründung erstmal viel Zeit und Geld investiert hast, wird es viel schwieriger sein, die Reißleine zu ziehen. Verwende lieber vorher viel Zeit, um Ideen gut zu durchdenken und auch auszuprobieren. Das macht Spaß und sichert dich ab, auch langfristig daran Freude zu haben. 

bhp